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13. Juli 2010

Schweizer Doppel-Sieg im STAWAG-Preis
Steve Guerdat und Pius Schwizer vorne

Meredith Michaels-Beerbaum zwischen Parcours und Baby-Betreuung

„Ist es für Dich in Ordnung, wenn ich Brianne-Victoria mitbringe?“, fragt Meredith Michaels-Beerbaum höflich, als sie mit der fünf Monate alten Brianne-Victoria zur Pressekonferenz kommt. Lachend nickt Sieger Steve Guerdat, auch wenn der Schweizer weiß, dass er nun trotz seines Erfolges nur die zweite Geige spielen würde. Dabei hatte der 28-Jährige soeben seinen ersten Sieg in Aachen gefeiert. Auf Jalisca de Soler gewann  Guerdat den STAWAG-Preis, eine Springprüfung nach Fehler und Zeit. Guerdat bewältigte den Parcours fehlerfrei in 72,55 Sekunden und distanzierte seinen Landsmann Pius Schwizer auf Ulysee in 74,09 und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Checkmate in 74,42 Sekunden deutlich.

„Der STAWAG-Preis ist zwar nicht das schwierigste Springen, das uns in dieser Woche bevorsteht, aber da er gleich auf Fehler/Zeit gewertet wird, muss man von Beginn an auf Risiko gehen“, analysiert Guerdat nach seinem Ritt. „Zumindest, wenn man etwas erreichen will – und ich hatte mir für das Springen einiges vorgenommen, denn ich weiß, dass Jalisca ein schnelles Pferd ist.“ Der Kurs bot überall verteilt Möglichkeiten, engere Wege zu reiten und Zeit einzusparen. „Ich denke, an Sprung 5 und am Doppel-Oxer habe ich gegenüber Pius die Zeit gut gemacht.“

Sein Konkurrent hatte den Vorteil, nach ihm zu starten: „Ich habe Jalisca gesehen, weiß, wie schnell sie ist und wusste, das wird ganz schwer, Steve noch zu schlagen“, gibt Schwizer, der gerade Rang 1 in der Weltrangliste an den Kanadier Eric Lamaze abgeben musste, seine Gedanken preis. „Doch auch Ulysee kann sehr schnell gehen. Überhaupt ist er zwar ein Pferd, mit dem man auch die ganz schweren Parcours über 1,60 Meter springen kann, dann muss aber alles passen. Seine Welt sind eher diese Springen über 1,50 Meter.“

Dass Checkmate auch über die ganz großen Parcours dieser Welt gehen kann, bewies der 15-Jährige unlängst im Großen Preis von Estoril, den er gewann. „Nach meiner Baby- und seiner kleinen Verletzungspause kommt er immer besser in Form. Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, freut sich Michaels-Beerbaum auch über Platz 3, denn „ich habe Steve reiten sehen und habe nicht wirklich versucht, ihn zu schlagen. Ich wollte zum CHIO-Start nur flüssig nach vorne reiten.“ Da die 40-Jährige ihren anderes Top-Pferd Shutterfly mit seinen 17 Jahren keine Weltmeisterschaft mehr zumuten, sondern ihn nur noch ganz gezielt einsetzen möchte, wäre Checkmate ihr möglicher Kandidat für die Weltreiterspiele im Herbst in Kentucky. „Aber ich bin realistisch, derzeit bin ich eher Nummer 6 als in der Equipe“, sagt Michaels-Beerbaum – und sie verrät auch ihren Traum für den CHIO: „Ich würde so gerne noch einmal Shutterfly im Großen Preis am Sonntag reiten. Mit seinen 17 Jahren wäre das wohl der letzte Start. Mal sehen, wie es in der Woche läuft, dann erst werde ich eine Entscheidung treffen.“

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